Kreißsaal ABC

Kreißsaal ABC – Fortbildung in der Geburtshilfe

Dr. Roland Uphoff referiert beim Kreißsaal ABC

Fortbildung: Medizinrecht für junge Ärzte

Ende Mai war ich erneut als Referent beim Kreißsaal ABC und habe vor jungen Ärztinnen und Ärzten zum Thema Medizinrecht gesprochen. Die Fortbildung adressiert zentrale Fragen der Geburtshilfe: Was passiert, wenn unter der Geburt ein Kind Schaden nimmt? Wie lässt sich das Risiko, dass so etwas geschieht, so gering wie möglich halten? Und last, but not least: Wie können junge Mediziner auch den juristischen Anforderungen, die an sie gestellt werden, gerecht werden?

Absehbare Risiken schon vor der Geburt in Ruhe besprechen

Diese Fragen sind entscheidend; die entsprechenden Situationen alltäglich. Beispiel eins: Das ungeborene Kind ist relativ groß. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass es unter der Geburt stecken bleibt. Eine hochriskante Situation, die dann zwangsläufig zu einem Kaiserschnitt führt. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass alles glatt geht, größer ist – die Möglichkeit einer Schnittentbindung muss unbedingt schon vorher, und in Ruhe, mit der werdenden Mutter besprochen werden. Daher ist das Aufklärungsgesprächs vor der Geburt so bedeutsam.

Time is brain – die Überwachung der kindlichen Herztöne ist entscheidend

Beispiel zwei betrifft die fetalen Herzfrequenzen – also den Herzschlag des ungeborenen Kindes. Es ist unverzichtbar, diesen unter der Geburt ständig zu beobachten. Es ist aber nicht immer und überall die gängige Praxis. Wenn sich der Herzschlag verschlechtert, muss die betreuende Hebamme sofort und ohne Zögern einen Facharzt hinzuziehen. Es gilt der Grundsatz: Time is brain. Wenn das versäumt wird, und zu spät auf diese, oder andere Gefährdungssituationen reagiert wird, können daraus schwere kindliche Schäden resultieren.

Gute Zusammenarbeit ist entscheidend

Aber in der geburtshilflichen Praxis kommt es immer wieder vor, dass speziell die Zusammenarbeit zwischen Facharzt und Hebamme nicht optimal funktioniert, das gegenseitige Vertrauen nicht vorhanden ist oder die Zuständigkeiten nicht eindeutig geklärt sind. Aus meiner Sicht ist es daher unabdingbar, dass klare und eindeutige Vorgaben auch von der Klinikleitung erstellt werden, wann und unter welchen Voraussetzungen der Arzt/die Ärztin zur Geburt hinzugezogen werden muss.

Den jungen Assistenzärzten/-ärztinnen, die sehr motiviert und engagiert auf dem Kreißsaal arbeiten, habe ich klargemacht: Im Zentrum ihrer Arbeit stehen immer und unbedingt die kindliche Gesundheit und das mütterliche Wohlbefinden.

Ein Beitrag von:

Dr. Roland Uphoff, M.mel.
Fachanwalt für Medizinrecht,
Geburtsschadensrecht und Arzthaftungsrecht

Architekt und Diplom-Ingenieur Frank Opper und Dr. Roland Uphoff auf der diesjährigen AKG Bundestagung mit dem Schwerpunkt "Barrierefreies Bauen"

Die barrierefreie Immobilie

Architekt Frank Opper und Dr. Roland Uphoff bei der AKG Mitgliederversammlung 2018

Was Eltern mit behinderten Kindern beachten sollten

Fast zwangsläufig sehen sich Eltern behinderter Kinder früher oder später mit dem Problem konfrontiert, dass die wohnliche Lebenssituation nicht mehr ausreicht, um ihr Kind angemessen zu pflegen. Das Kind wächst. Die Eltern werden älter. Pflege und Therapie werden, ebenso wie auch alltägliche Verrichtungen, immer aufwändiger. Bislang wurde möglicherweise eine Wohnung im zweiten oder dritten Stock bewohnt, die nicht barrierefrei ist. Dann muss eine bauliche Veränderung her – und die Auseinandersetzung mit dem Haftpflichtversicherer des Arztes oder Krankenhauses beginnt.

Bautechnische und rechtliche Fragen klären

Auf der Mitgliederversammlung und Bundestagung des Arbeitskreises „Kunstfehler in der Geburtshilfe“ am 12.5.2018 habe ich als AKG Vorstandsvorsitzender zum Thema „Barrierefrei bauen“ referiert – gemeinsam mit dem Architekten Frank Opper aus Düsseldorf. Ziel war, bautechnische und rechtliche Fragen kompetent zu beleuchten, um die betroffenen Familien zu unterstützen und ihnen wichtige Hilfestellung zu gewährleisten. Je besser Betroffene informiert sind, umso größer die Chance, die eigenen Ansprüche auch reibungslos durchsetzen zu können. Bei der Diskussion im Anschluss nahmen Familien teil, die ihre eigenen Bauprojekte vorstellen und weitere wertvolle Informationen und Hinweise mit nach Hause nehmen konnten.

Was müssen betroffene Eltern, die dringend eine räumliche Veränderung für die Betreuung, Pflege und Therapie ihres Kindes benötigen, aus rechtlicher Sicht beachten? Ich habe die Grundlagen des Schadensersatzrechtes, die beim Umbau einer Immobilie oder bei einem Neubau beachtet werden müssen, in einem kurzen Informationspapier zusammengefasst. Informationen zu allen Themen aus dem sehr interessanten und gut gehaltenen Vortrag des Architekten Frank Opper finden sich auch hier: www.opper-architekten.de.

Ein Beitrag von:

Dr. Roland Uphoff, M.mel.
Fachanwalt für Medizinrecht,
Geburtsschadensrecht und Arzthaftungsrecht

Welche Kompetenzen braucht ein Anwalt im Geburtsschadensrecht?

Geburtsschadensrecht: Welche Kompetenzen braucht es?

Die Grundlagen des Geburtsschadensrechts

Persönliches Engagement und Empathie, medizinrechtliches Expertenwissen sowie medizinische Kompetenz – aus meiner Sicht sind das die Voraussetzungen, um erfolgreich im Bereich des Geburtsschadensrechts tätig zu sein.

Über diese Grundlagen für die Bearbeitung von Geburtsschadensverfahren habe ich beim 7. Kölner Expertengespräch erneut referiert. Das Ziel: Kolleginnen und Kollegen, die im Medizinrecht arbeiten, zu schulen und weiter zu bilden – sowie der Austausch darüber, welche Besonderheiten bei der Bearbeitung von Geburtsschadenssachen entscheidend sind.

Medizinisches Detailwissen ist unverzichtbar

Besonders bei Geburtsschäden ist spezielles medizinisches Fachwissen unverzichtbar und notwendig. Diese Kompetenz muss der Anwalt zusätzlich zu seinem medizinrechtlichen Spezialwissen aufweisen. Er braucht es, um Gutachten richtig zu lesen, oder um dem gerichtlichen Gutachter in der mündlichen Verhandlung vor Gericht mit der notwendigen Sachkenntnis entgegenhalten zu können. Aber auch juristisch gibt es viele Aspekte, die bei einer Klage auf Schadenersatz in entsprechenden Verfahren beachtet werden müssen.

Neben meinem Referat gab es außerdem wertvolle Beiträge von den Kollegen Herr Prof. Dr. Maier, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Marburg, sowie von Dr. Seeger, Chefarzt des Perinatalzentrums des Marienhospitals Fechter.

Ein Beitrag von:

Dr. Roland Uphoff, M.mel.
Fachanwalt für Medizinrecht,
Geburtsschadensrecht und Arzthaftungsrecht

Vortrag beim Kongress für Perinatale Medizin

Perinatale Medizin

Medikamentöse Geburtseinleitung

Vom 30. November bis zum 02. Dezember fand in Berlin der 28. Deutsche Kongress für Perinatale Medizin statt. Ich durfte vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in meinem Vortrag über das Thema sprechen, wie eine werdende Mutter darüber informiert und aufgeklärt werden muss, wenn die Geburt mit Medikamenten eingeleitet werden soll.

Über Risiken aufklären

Die medikamentöse Geburtseinleitung ist für die Mutter und auch für das Kind mit gewissen Risiken verbunden, die von der Hebamme und den Geburtshelfern mit der Mutter bzw. den Eltern vor der Geburt ehrlich und in Ruhe erörtert werden müssen. Es darf nicht verharmlost werden, dass eine künstliche Geburtseinleitung vor allem das Risiko beinhaltet, dass zu starke und zu viele Wehen auftreten können, die dann wiederum nur mit Medikamenten unterdrückt werden können.
Insbesondere dann, wenn eine vorangegangene Geburt mit einem Kaiserschnitt beendet worden ist, besteht das 4-fache Risiko, dass die alte Kaiserschnittnarbe unter der medikamentösen Geburtseinleitung aufreißt und das ungeborene Kind dadurch in höchste Gefahr gerät. Auch hierüber muss gesprochen werden.

Geburten gut vorbereiten

Es kann nicht oft genug betont werden, dass die Geburt bei bestehenden Risiken für Mutter und/oder Kind entsprechend vorbereitet werden muss. Dazu gehört vor allem, dass die werdenden Eltern über die bestehenden Risiken der medikamentösen Geburtseinleitung aufgeklärt werden. Auch die Möglichkeiten der Geburtsbeendigung sollten in Ruhe mit der Mutter bzw. den Eltern besprochen werden.

Der Vortrag war mit ca. 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gut besucht. Meine Forderung, die Mutter klar und deutlich zu informieren und aufzuklären, hat eine rege Diskussion verursacht.

Ein Beitrag von:

Dr. Roland Uphoff, M.mel.
Fachanwalt für Medizinrecht,
Geburtsschadensrecht und Arzthaftungsrecht

Eltern übernehmen Pflegemaßnahmen – was geht?

Pflegemaßnahmen

Bei der Tagung des Bundesverbandes Häusliche Kinderkrankpflege Ende November in Bremen habe ich zum Thema „Delegation von Pflegemaßnahmen an die Eltern“ referiert. Die zentrale Frage: „Können, dürfen und sollen pflegerische oder auch sonstige medizinische Maßnahmen auf Eltern übertragen werden?“

Bedürfnisse von Eltern schwer kranker oder behinderter Kinder

Eltern möchten in die Pflege ihres Kindes einbezogen werden – und in der Praxis kommt ihnen gerade in der häuslichen Pflege eine wichtige Rolle zu. Nach Betrachtung der Situation ist das medizin-ethische Fazit: In der Pflegepraxis ist aus ethischer, pflegerischer und familien-/kindorientierter Sicht die Einbindung und Übertragung von Maßnahmen an Eltern unabdingbar. Nach meinen eigenen Erfahrungen ist es oft beeindruckend, mit welcher Kompetenz und Professionalität pflegende Eltern ihre Kinder in häuslicher Umgebung zu versorgen.

Die rechtliche Lage

Eltern haben laut BGB allgemein „die Pflicht und das Recht, das Kind zu pflegen“. Die Delegation von professionellen pflegerischen und medizinischen Tätigkeiten an Eltern ist möglich. Dabei sind wichtige Voraussetzungen und Grenzen zu beachten. Im Vordergrund steht eine patientenorientierte Risikoabschätzung bzw. das Wohl des Kindes. Die Übertragung von Pflegemaßnahmen ist abhängig von einer angemessenen Anleitung und Überwachung der Maßnahmen, der Schwierigkeit der Pflegemaßnahmen und Kompetenz der Eltern sowie von der Erreichbarkeit des Arztes oder Pflegepersonals.

Umsetzung in der Praxis

Im Rahmen einer familienzentrierten und patientenorientierten Pflege des Kindes habe ich auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass Eltern die individuelle Versorgung des Kindes erlernen – und auch in der emotionalen Bewältigung dieser Krisensituation Unterstützung bekommen. Eltern befinden sich dabei auf einem Lernweg: Sie werden von anfänglich passiven Zuschauern im Umfeld einer technikdominierten Intensivmedizin zu anerkannten Partnerinnen der professionellen Akteure.
Eltern müssen trainiert, informiert, kompetent und ausreichend beraten werden. Für das Kind ist nichts wichtiger als die gute familiäre und häusliche Versorgung durch die Eltern.

Der Vortrag wurde laut dem Veranstalter von den Teilnehmern der Tagung sehr gut angenommen und hat entscheidend zum Gelingen der Tagung beigetragen.
Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Mehr zum Bundesverband häusliche Kinderkrankenpflege e.V. finden Sie hier.

Ein Beitrag von:

Dr. Roland Uphoff, M.mel.
Fachanwalt für Medizinrecht,
Geburtsschadensrecht und Arzthaftungsrecht

Meine Präsentation zu dem Thema können Sie sich hier ansehen:

Engagement beim Jahrestreffen von Plexuskinder e.V.

Jahrestreffen

Informationen zu Gerichtsentscheiden bei Plexusschäden

Diesen November war ich zu Gast beim Jahrestreffen von Plexuskinder e.V. in Chemnitz. Dort haben sich etwa 30 Plexuskinder und betroffene Jugendliche sowie ihre Angehörigen getroffen, um sich zum Thema Plexusschaden zu informieren und auszutauschen. Regelmäßig stehen hier medizinische und rechtliche Themen im Fokus.
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