Geburtshilfe ist Teamarbeit

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Teamarbeit

Gute Kommunikation zwischen den Geburtshelfern ist entscheidend

Je besser Ärzte und Hebammen vor, während und nach der Geburt miteinander kommunizieren, desto größer die Chancen für Mutter und Kind, die Klinik gesund zu verlassen. Denn sobald es problematische Entwicklungen im Geburtsverlauf gibt, ist jede Minute, die wegen fehlender Kommunikation zuviel verstreicht, ein unnötiges Risiko. Das gilt es unbedingt zu vermeiden! Geburtshilfe ist Teamarbeit!

Das war das Thema meines Vortrags im Rahmen des 12. Intensivkurses Pränatal- und Geburtsmedizin, der Anfang Februar in Aachen stattfand. Ein Fall aus der Praxis: Die fetalen Herzfrequenzänderungen des ungeborenen Kindes werden von der aufnehmenden Hebamme nicht erkannt. Sie benachrichtigt den nicht anwesenden Geburtshelfer zu spät. Als dieser eintrifft, erkennt er zwar grundsätzlich die Gefahr für das ungeborene Kind – führt jedoch nicht umgehend einen (Not-)Kaiserschnitt durch. Es vergeht eine Stunde, bis das Kind geboren ist – schwerstgeschädigt.

Schwerstbehindert aufgrund von mangelhafter Kommunikation

Hätten die Beteiligten, also sowohl die Hebamme als auch der Gynäkologe, anders agiert, wäre das Kind möglicherweise deutlich früher geboren worden. Seine schwere, lebenslange Behinderung hätte möglicherweise verhindert werden können. Denn bei einer derart schlechten Organisation und Kommunikation summieren sich die Fehler nicht, sondern potenzieren sich. In einer Situation wie der geschilderten muss die Hebamme unverzüglich den Arzt rufen, der seinerseits unmittelbar die Kaiserschnittentbindung umzusetzen hat. Außerdem sollte ein Kinderarzt entweder vor Ort sein – oder zeitnah in der Geburtsklinik sein können, um im Ernstfall ohne weiteren Zeitverlust das Neugeborene versorgen zu können.

Die Fehler potenzieren sich – die Kinder zahlen den Preis

Es ist tragisch, dass es häufig die Kinder sind, die den Preis dafür bezahlen, wenn Organisation und Kommunikation nicht optimal funktionieren. Mein Appel richtet sich dementsprechend an alle Beteiligten – Hebammen, Gynäkologen und Kinderärzte – die Geburtshilfe als Teamarbeit zu begreifen. Leider führt immer häufiger auch Personalmangel in den Frauenkliniken dazu, dass eine gute Betreuung rund um die Uhr für die werdende Mutter nicht sichergestellt werden kann. Eine sichere Geburtshilfe für Mutter und Kind darf jedoch nicht finanziellen Erwägungen geopfert werden.

Ein Beitrag von:

Dr. Roland Uphoff, M.mel.
Fachanwalt für Medizinrecht,
Geburtsschadensrecht und Arzthaftungsrecht

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